Pressemeldung Landgericht Mainz

Urteil im Strafverfahren wegen besonders schweren Raubes, begangen u.a. in Nieder-Olm

Heute hat die 1. große Strafkammer des Landgerichts Mainz im Prozess gegen einen aus Rumänien stammenden 37-jährigen Angeklagten ein Urteil verkündet. Das Gericht hat den Angeklagten wegen zweifachen gemeinschaftlichen besonders schweren Raubes, jeweils in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren und 6 Monaten verurteilt und die Einziehung des Wertes des Erlangten in Höhe von 48.000 € angeordnet.

Das Gericht sah es aufgrund der Beweisaufnahme folgenden Sachverhalt als erwiesen an:

Der Angeklagte und drei weitere, gesondert verfolgte Mittäter brachen am 25.09.2015 gegen 24.00 Uhr in ein Haus in Nieder-Olm, überwältigten und fesselten den schlafenden Hauseigentümer und forderten ihn unter Anwendung von massiver Gewalt und Todesdrohungen zur Preisgabe eines vermuteten Safeverstecks auf. Nachdem sie erkannten, dass es keinen Safe in dem Haus gab, forderten der Angeklagte und die gesondert verfolgten Mittäter unter weiterer Gewaltanwendung den Geschädigten zur Herausgabe von Geld und Wertsachen auf. Sie nahmen mehrere wertvolle Schmuckstücke an sich sowie ca. 950 € Bargeld. Dann verließen sie den Tatort mit dem PKW des Opfers und teilten die Beute im Wert von insgesamt ca. 6.000 €.

Am 29.09.2015 brachen der Angeklagte und seine Mittäter in ein Haus in Remagen ein, überwältigten und fesselten die Bewohnerin unter massiver Gewaltanwendung und drohten ihr mit dem Tod, wenn sie nicht ruhig verhalte. Sie forderten sie zur Herausgabe von Wertsachen auf, wobei der Angeklagte der Geschädigten einen massiven Schlag in das Gesicht versetzte. Danach offenbarte das Opfer das Versteck des Safes und des Safeschlüssels. Der Angeklagte entnahm den Inhalt des Safes, einen Geldbetrag in Höhe von 42.000 €. Die Täter verließen den Tatort und teilten die Beute untereinander auf. Die Geschädigte erlitt einen schweren psychischen Schock.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gesamtfreiheitsstrafe von 11 Jahren und die Einziehung des Wertes des Erlangten in Höhe von 48.000 € gefordert. Die Verteidigung hatte auf eine Freiheitstrafe von 8 Jahren plädiert.

Das Urteil ist rechtskräftig.